Kunst, Kultur und Kulinarik in Barcelona (2019)

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Die Feinschmeckerchuchi Mannheim auf „kulinarischer Weiterbildung“

Am Mittwoch früh morgens trafen wir uns an der schönen Mannheimer Augustaanlage, um von dort aus unsere Tour vom 3. bis 7. Juli 2019 zu starten. Hermann Enning berichtet von den besonderen Gaumenfreuden und dem kulturellen Begleitprogramm in Barcelona.

Nachdem am Flughafen in Frankfurt alle eingecheckt hatten, ging es erst einmal zum „Käfer“. Wohl ahnend was alles auf uns zukommen könnte, legten wir hier schon einmal die erste Grundlage. Dem Einen reichte ein Rührei mit Speck, beim Anderen war es dann schon ein ausgewachsenes Omelett mit einem halben Bier. Pünktlich hoben wir mit dem Lufthansa-Airbus ab, um unser Ziel Barcelona nach zwei Stunden Flug zu erreichen. Dort wurden wir von einer sehr charmanten Dame, Señora Ana Ma Sangenis i Crotogino, in Empfang genommen. Sie hat bereits 30 Jahre Berufserfahrung und ein immenses Wissen über Barcelona.

Wir starteten mit einer orientierenden Stadtrundfahrt entlang der Boca Barcelona, vorbei an verschiedenen Wettkampfstätten der Olympiade 1992, Teilen des Olympischen Dorfes bis in die Altstadt. Beim Anblick der „kleinen Markthalle“ und der gegenüberliegenden Tapas-Bar war unsere morgendliche Grundlage vergessen. Es war ja auch schon 15 Uhr. Viele „Happen“ und einige Flaschen später erkundeten wir das Barri Gòtic, das Palau de la Música, die Kathedrale la Seu, El Call u.v.m. Im Hotel kurz frisch gemacht sollte das Restaurant „Hisop“ unser abendliches Highlight werden. Um es kurz zu machen: Entweder war an diesem Abend die Küchencrew führungslos und mindestens genauso schlecht drauf wie die Damen vom Service oder aber… An unserer guten Laune lag dieser kulinarische Fehltritt sicherlich nicht.

Auf Gaudís Spuren und Gaumenfreuden auf dem Mercat de la Boqueria

Nach dem Frühstück ging es per Pedes zu einigen der bedeutendsten Bauwerke des katalanischen Stararchitekten Antoni Gaudí. An diesem Tag besichtigten wir die originellen Häuser Casa Milà und Casa Bartlló. Diese Stadthäuser der damals reichen Textilfabrikanten verfügten sogar schon über eine Art Tiefgarage für die Fuhrwerke. Geschwächt von diesen morgendlichen Strapazen, hieß es nun wieder kulinarisch tätig zu werden. Wo? Im Mercat de la Boqueria. Bilder können nur erahnen lassen, was wir dort an frischem Fisch, Obst und Gemüse sowie Schinken in den verschiedensten Reifestufen zu sehen bekamen. Also ließen wir uns an einem der Kochstände gemütlich nieder. Als wenn die hübsche Frau auf der anderen Seite der Theke es geahnt hätte, mit uns würde sie die nächsten zwei Stunden viel Spaß haben. Wir bestellten quasi einmal Fisch quer durch, alles vor unseren Augen frisch und auf den Punkt zubereitet. Dazu ein paar Gläschen katalanischen Weißwein und Rosé. Herz, was willst Du mehr?

Nach dieser Stärkung ging es weiter über die weltberühmte Rambla hinunter zum Hafen. Vorbei am Palau Güell, dem spanischen World Trade Center und der Columbus-Statue besuchten wir das L Aquarium Barcelona – Europas größtes Museum für Meereskunde. Am Nachmittag ging es für eine kurze Erholung zurück in unser sehr zentral gelegenes Hotel, bevor das Abendessen auf uns wartete. An diesem Abend waren wir zu Gast im Restaurant „Agut“. Die Küche kredenzte uns typisch katalanische Gerichte, die keine Wünsche offen ließen.

Seilbahnfahrt zum Montjuïc und genussreiches Vergnügen im „Dis frutar“

Der Freitagvormittag stand zur freien Verfügung. Zusammen mit dem Organisator dieser Reise, Hans-Jürgen Farrenkopf, dem ein gebührendes Dankeschön für diese Reise gilt, nutzte ich die Zeit mittels Seilbahn den Hausberg von Barcelona Montjuïc zu besteigen. Oben angekommen hatten wir von der dort befindlichen Festung aus einem beeindruckenden Blick auf Barcelona und das gesamte Hafengebiet. Nicht weniger als acht Kreuzfahrtschiffe lagen an diesem Tag vor Anker. Pünktlich zum Mittagessen trafen wir den Rest der Reisegruppe wieder. Etwa sechs Monate zuvor hatte Bernd Nennstiel einen Tisch im Restaurant „Dis frutar“ bestellt. Übersetzt heißt das etwa „sich genussreich vergnügen“. Küchenchef und kreativer Kopf des Restaurants ist Oriol Castro, einer der besten Köche Europas, wenn nicht sogar der Welt. Was sich dann zwischen 13 und 18 Uhr kulinarisch abspielte, stellte für jeden von uns alles bisher Goutierte in den Schatten. Es war schlichtweg sensationell. Und der Preis? 30 Gänge für nur 190 Euro! Zwei Gerichte bleiben mir in besonderer Erinnerung: Zum einen die „Tarte von Gänseleber & Mais“ sowie das „Pan chino mit Belugakaviar“. So ähnlich muss es sich anfühlen „wenn ein Englein Dir auf die Zunge pinkelt“. Was sollte an diesem Tag noch kommen? Ganz einfach: Gib Hans-Jürgen 100 Euro und lass ihn in die Spielbank gehen. Gesagt, getan. Nach einer Stunde bekam jeder 200 Euro zurück. Den Abend ließen wir in einem kleinen Café am Strand ausklingen.

Sakrale Sagrada Familia und „asiatische Tapas Kultur“

Samstag war wieder der Erweiterung unseres kulturellen Horizonts gewidmet. Als erstes stand die Besichtigung der Sagrada Familia, der berühmten Kirche von Antoni Gaudí auf dem Tagesplan. Man muss dieses sakrale Bauwerk wohl als eine der imposantesten Kirchen überhaupt bezeichnen. Ob sie jemals fertig gestellt wird, ist unsicher. Für mich persönlich nicht weniger beeindruckend war das Hospital de la Santa Creu i Sant Pau. 18 einzigartige Häuser durch unterirdische Gänge miteinander verbunden und dennoch getrennt und autark versorgt. Die Medizin hatte hier schon früh erkannt, Patienten nach deren Krankheitsbildern unterzubringen, um so Ansteckungen zu vermeiden. Es folgte ein kleiner Imbiss, bevor wir am Nachmittag den Parc Güell besuchten. Hier verabschiedeten wir unsere Reiseleiterin Ana. Einige fuhren für ein Schläfchen ins Hotel, andere tätigten noch einige Einkäufe für die Daheimgebliebenen.

Abends widmeten wir uns dem kulinarischen Grund unserer Reise – diesmal im Restaurant „Dos Palillos“. Chefkoch Albert Raurich bietet hier eine Fusion aus asiatischer Küche und der spanischen „Tapas Kultur“. Es war nicht nur äußerst interessant, sondern neben absoluter Topqualität mehr als delikat. Einen Besuch sollte man bei einem Barcelona-Trip unbedingt einplanen. Zurück im Hotel gab es noch den einen oder anderen Absacker, bevor wir am nächsten Morgen nach dem Frühstück die Heimreise antraten. Es war ein unvergessliches Erlebnis. Ein großes Dankeschön gilt auch Schwaben International für die Organisation und das tolle Kulturprogramm.