Heiße Rhythmen und Klänge im Land des Sambas – Brasilien (2016)

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Der 20. Oktober 2016 bildete für 36 prächtig gelaunte Oberschwaben den Auftakt zu einer zauberhaften Reise ins ferne Brasilien. Organisatoren der Tour waren Schwaben International und Michael Horn von den Altentrommlern Ravensburg, die bereits für New York im Jahr 2000 ein tolles Team bildeten. Regina und Michael Krumm berichten von den schönen Erlebnissen dieser Reise.

Die erste Etappe unserer Reise führte uns nach Joinville, einer Stadt mit 490.000 Einwohnern eine Flugstunde südlich von São
Paulo an der Küste von Paraná. Dort erhielten wir eine interessante Betriebsführung eines weltweit tätigen oberschwäbischen Unternehmers durch seine hochmoderne Dependance in Brasilien. Bestens informiert und wohl gestärkt fuhren wir weiter nach Blumenau im südlichen Bundesstaat Santa Catarina.

Die knapp 300.000 Einwohner zählende Stadt entstand im 19. Jahrhundert infolge einer großen europäischen Einwanderungswelle. Angeführt von dem Arzt Dr. Hermann Blumenau zählte auch eine Gruppe armer Hunsrücker Bauern dazu. Bei einer Stadtrundfahrt konnten wir uns davon überzeugen, dass man überall die deutschen Einflüsse, so in Architektur und Gasthäusern erkennen kann. Es gibt seit 1983 ein Oktoberfest, das national und international bekannt ist und gleich hinter dem Karneval von Rio und dem Münchner Oktoberfest rangiert. Hier hatten die Altentrommler Ravensburg ihre ersten beiden vielumjubelten Auftritte nachmittags auf dem Festzug und abends in einer der vollbesetzten Hallen des Oktoberfestes.

Am nächsten Morgen machten wir uns auf ins 30 Kilometer entfernte Pomerode, die „deutscheste“ Stadt im riesigen Brasilien,
in der etwa 80 Prozent der Bevölkerung noch Deutsch sprechen können. Es gibt ein Museum über die Geschichte der deutschen Einwanderer, eine Brauerei mit Gaststätte namens Schornstein und ein Café „Tortenparadies“. Vor dem Teatro Municipal do Pomerode spielten die Altentrommler den zahlreich erschienen Bürgern ein Ständchen.

Foz do Iguaçu – ein gewaltiges Naturschauspiel
Die nächste Etappe unserer wundervollen Reise waren die weltberühmten Wasserfälle von Foz do Iguaçu mit der wilden Teufelsschlucht im Dreiländereck Brasilien, Paraguay und Argentinien, ein gewaltiges Naturschauspiel von überwältigender Schönheit.

Der Nationalpark mit seinen spektakulären 275 einzelnen Wasserfällen ist umgeben von intaktem Regenwald. Wir genossen das grandiose Spektakel am ersten Tag bei strahlendem Sonnenschein, knapp 40 Grad Celsius und extrem hoher Luftfeuchtigkeit auf brasilianischer Seite. Am Folgetag begaben wir uns bei bedecktem Wetter und moderateren Temperaturen auf die argentinische Seite. Die Bootstour unmittelbar vor die Wasserfälle mit Rückfahrt auf einem Lastwagen mit offener Pritsche durch den Regenwald war allerdings beeinträchtigt von einem gewaltigen tropischen Regenschauer.

Im Rhythmus von Rio de Janeiro
Ein Highlight unserer Tour waren die folgenden drei Tage in Rio de Janeiro. Kaum angekommen nahmen wir bei sensationellem Wetter die Zahnradbahn hinauf zum Corcovado mit der weltberühmten Christusstatue. Überwältigt von den atemberaubenden Ausblicken auf die Stadt, die Strände, das Küstengebirge und das Maracanã-Stadion verweilten wir lange an diesem wundervollen Ort, von dem aus einem die ganze Pracht und Schönheit von Rio zu Füßen liegt.

Bei phantastischem Wetter erklommen wir in einer vollverglasten Schweizer Seilbahn den Gipfel des beeindruckend am Meer gelegenen Pão de Açúcar mit einem großartigen Panoramablick auf die Stadt und die Copacabana. Anschließend besichtigten
wir die Catedral Metropolitana, deren Glaskegel einen interessanten Blickfang im Kreise glitzernder Hochhäuser bildet. Auf der Terrasse der Residenz des Generalkonsuls der Bundesrepublik Deutschland hatten wir unseren letzten Auftritt.

Die Abende in Rio verbrachten wir nach dem Essen an der Copacabana in einer der zahlreichen Caipirinha-Bars. Ein harter Kern ließ die dann schon angebrochene Nacht in einer gemütlichen Kneipe in Hotelnähe bei einem Schlummerbier langsam ausklingen. Während es für die meisten nun Abschied nehmen hieß von einem beeindruckenden Land, konnte Familie Krumm
noch ein paar Tage länger das Land genießen, beginnend in dem drei Autostunden entfernten Paraty.

Paraty und Ilha Grande
Die farbenprächtigen Häuser der Altstadt von Paraty legen bis heute ein Zeugnis von ihrer kolonialen Vergangenheit ab. Hinter
der Stadt erheben sich die vom Regenwald bedeckten Berge. Gleichzeitig ist man zu Fuß in kürzester Zeit am Meeresstrand.
Im wunderschönen Garten der zentral gelegenen Pousada genossen wir die Ruhe und erholten uns mit Lesen und Sonnenbaden vom Trubel der vorangegangenen Tage. Abends schlenderten wir durch das autofreie historische Stadtzentrum mit seinen Boutiquen und Restaurants mit Livemusik.

Nach drei Tagen wurden wir zum Schiffstransfer auf die Ilha Grande begleitet. Auf der 190 Quadratkilometer großen Insel gibt
es keine Autos. Das Inselparadies hat sich in jüngster Zeit zu einem beliebten Ziel brasilianischer Sonnenanbeter und internationaler Backpacker entwickelt. Die folgenden Tage verbrachten wir mit Ausflügen zu den verschiedensten Stränden und mit kleineren Wanderungen durch den dichten Regenwald.

Der Rücktransfer von der Ilha Grande per Schiff und Kleinbus zurück zum Check-in am Flughafen in Rio funktionierte wunderbar. An dieser Stelle ganz herzlichen Dank an Schwaben International für das sehr gelungene Rund-um-sorglos-Paket und an die gesamte Reisegruppe für die phantastische Stimmung und die einzigartige Harmonie.

Das Altentrommlerkorps – ein Leben lang Freundschaft und Tradition
Die Ravensburger Altentrommler gibt es schon seit über 100 Jahren. Das ehrenvolle Amt eines Altentrommlers hat man auf Lebenszeit inne. Im Rahmen des Rutenfestes sind mittlerweile 25 Altentrommler auf den Straßen und Plätzen der einstigen Reichsstadt unterwegs, um den Bürgern durch ihr „Antrommeln“ Freude zu bereiten.
Weitere Informationen unter www.altentrommler.de.

Fotos: M. Krumm, E. Ruetz