Die Fellbacher Trollinger auf Chorreise in Irland (2012)

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Ein Bericht von Rolf Kiesel!

Grüne Landschaften, historische Gemäuer, Pub-Atmosphäre und grandiose Tanzshows: Der Männerchor der Fellbacher Trollinger hat bei seiner Irlandreise eine Menge erlebt – nur kein typisch englisches Wetter. Im vierjährigen Rhythmus gehen die Sänger miteinander auf die Reise und haben mit Schwaben International schon ganz unterschiedliche Ecken der Welt erkundet.

Schon seit den 70er Jahren sind die Fellbacher Trollinger immer wieder miteinander auf Tour und lassen sich von Schwaben International ein spannenendes Programm ausarbeiten. Mit der Steubenparade und Florida standen in den 70er-Jahren zwei mal die USA auf dem Programm, 1983 ging es nach Südafrika, dann nach Ungarn, nach Brasilien und in die Toskana. Im Jahr 2000 führte die Reise über den großen Teich nach Kanada, danach waren Spanien und Südpolen Reiseziele. Von der jüngsten Reise nach Irland erzählt Chor-Organisator Rolf Kiesel.

In Dublin, der lebendigen Weltstadt mit tausendjähriger Geschichte, gaben wir mit einem örtlichen Ortensemble unser erstes weltliches Konzert auf der Reise. Neben der mitteralterlichen Kathedrale und der Guinness-Brauerei sind auch die vielen und oft urigen Pubs im Ausgehviertel Tempelbar legendär und nahmen uns in ihre besondere Atmosphäre auf. Selbst eine alte Kirche kann in Dublin zum Pub werden: Altar und Kirchenbänke abgebaut, eine umlaufende Schanktheke und passende Sitzmöbel eingebaut – und das 1762 erbaute Gotteshaus ist eine stimmungsvolle Bar.

Frisch gezapftes Guinness bekamen wir aber auch im Guinness Storehouse, einer ehemaligen Bierbrauerei. Wir besichtigten den fünfstöckigen Stahlgerüstbau und informierten uns über die alte Braukunst.

Durch die Wicklow Mountains, dem „Garten Irlands“, ging es zur ehemaligen, frühchristlichen Klosteranlage in Glendalough, zur Burg Kilkenny mit ihrer weiten Parkanlage und zur Burgruine auf dem Rock of Cashel, einem der geschichtsträchtigsten Orte Irlands.

Landschaftliche Vielfalt und musikalische Begegnungen
In Killarney im Südwesten Irlands erlebten wir eine grandiose irische Musik- und Steptanzshow: Die Oberkörper der Tänzerinnen und Tänzer bleiben beinahe bewegungslos, während sich die Füße rasant bewegten. In der Kathedrale von Killarney stimmten wir ein Lied an, bevor wir zum Tagesausflug auf die Halbinsel Ring of Kerry aufbrachen. Sie überraschte mit ihrer landschaftlichen Vielfalt und dem vom Golfstrom beeinflussten, beinahe mediterranen Klima. Der irische Reiseleiter mit fast unerschöpflichem Wissen steuerte viele spannende Details bei – zum Beispiel, dass regelmäßig die hohen Rhododendron-Büsche vernichtet werden, weil Sie als Gefahr für die heimische Flora gelten. Die vielen Schafe und Lämmer werden dagegen offenbar nicht verspeist, zumindest finden sie sich in keinem Restaurant auf der Speisekarte.

Schwindelerregend war der Blick in die Tiefe von den Klippen von Moher. Und der gemeinsame Auftritt beim Kirchenkonzert mit einem örtlichen Chor in Galway mündetet wieder in einem gemütlichen Pub-Abend. Weitere Abstecher führten uns nach Connemara mit seinen Sümpfen und Mooren, zur malerischen Benediktinerabtei Kylemore Abbey und in die älteste Whiskeybrennerei Irlands, die heute ein Museum ist.
Fazit: Irland war sehr interessant und ist immer eine Reise wert. Man sollte nicht glauben, das Wetter dort wäre typisch “englisch“. Ganz im Gegenteil, wir erlebten Irland – klimatisch gesehen – durchaus mitteleuropäisch.