Bella Sicilia und die Liparischen Inseln (2018)

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Beeindruckende Erlebnisse von der elftägigen Rundreise vom 10. bis 20. Juni 2018

An einem Sonntag trafen sich 20 Personen auf dem Stuttgarter Flughafen, um gemeinsam ins südliche Sizilien zu reisen. Die meisten kannten sich von den früheren „Bürgermeisterreisen“ und schnell kam eine gute Stimmung auf. Barbara Rükgauer von Schwaben International berichtet von herrlichen Reiseerlebnissen.

In Catania wurden wir von unserem örtlichen Reiseleiter Mario, der uns auf der ganzen Rundreise begleitete, erwartet und
per Bus zu unserem Hotel in Taormina gebracht. Dieses kleine Städtchen ist zwar eine Touristenhochburg, aber dennoch sehr charmant wegen seiner einzigartigen Lage. Es liegt hoch über dem Meer und man hatte eine herrliche Aussicht auf die Ostküste Siziliens und den rauchenden Ätna. Sehenswert sind das griechische Amphitheater und die Kathedrale. Idyllische Winkel sind beim Bummeln durch die stimmungsvollen Gässchen zu entdecken. Die Flaniermeile Corso Umberto im Herzen von Taormina säumen etliche Cafés und Boutiquen. Üppige Bougainvillea-Hecken ranken an Hauswänden empor und der betörende Duft des Jasmins erfüllt die Luft. Das war Mittelmeerromantik pur! Am kommenden Tag inspizierten wir den berühmtberüchtigten Ätna aus nächster Nähe. Er ist Europas höchster und mächtigster Vulkan. Ohne Zweifel ist das feurige Schauspiel eines der atemberaubendsten Naturspektakel auf unserem Planeten. Wir waren alle sehr beeindruckt.

Messina und das Archipel der Vulkane
Die Stadt ist durch die Straße von Messina vom italienischen Festland getrennt. Im Fischerort Milazzo brachte uns eine Fähre auf die Liparischen Inseln nach Lipari, wo wir zwei Nächte in einem schönen Hotel direkt am Meer verbrachten. Lipari ist die größte Insel des Archipels und bietet ein typisch süditalienisches Flair mit seinen verwinkelten Gassen, der hübschen Marina und der schönen Kathedrale. Bei einem Tagesausflug lernten wir die Insel Salina kennen: Weinberge, Olivenbäume und Kapernfelder soweit das Auge reicht. Nach einem leckeren Mittagessen mit frischem Fisch ging es mit der Fähre zurück nach Lipari, wo die meisten von uns noch ein erfrischendes Bad im Swimming-Pool genossen. Der Vulkan auf der Insel Vulcano ist immer noch aktiv. Vulcano „dampft“ vor sich hin, aus unzähligen Löchern in der Erde steigt Rauch und Schwefeldampf. Der Geruch war nicht jedermanns Geschmack.

Antike Städte und überraschende Schätze im Landesinneren
Schließlich erwartet uns das stolze Catania. Das barocke Gesicht der Stadt wurde im 16. Jahrhundert geformt und mit in das UNESCO Weltkulturerbe aufgenommen. Besondere Sehenswürdigkeiten sind der Dom, die Universität und der Elefanten- Brunnen auf dem Domplatz, bei dem ein aus Lava gehauener Elefant einen ägyptischen Obelisken trägt. Weiter ging es entlang der Küste nach Syrakus. Dieser mächtigste antike Stadtstaat des Mittelmeeres, Heimat von Archimedes aber auch des Tyrannen Dionysos, wurde von den Griechen gegründet. Hier besuchten wir das interessante griechische Theater, in dem heute
noch Aufführungen stattfinden.

Caltagirone im Landesinneren ist berühmt für seine Keramik. Dieses Städtchen wird „Königin der Berge“ genannt. Wir fuhren
weiter nach Piazza Armerina, das schon von weitem mit seinem Dom gut zu erkennen ist. Dort besichtigten wir das eindrucksvolle römische Bauwerk „Villa Casale“ mit seiner riesigen Fläche farbiger Fußbodenmosaike mit Szenen aus Mythologie und Alltagsleben. Enna war bereits für die Griechen der „Nabel Siziliens“. Die Stadt ist vermutlich eine der ältesten Ansiedlungen. Am Abend erreichten wir Palermo.

Palermo und seine Kunstschätze
Am nächsten Morgen machten wir eine Besichtigungstour durch das etwas morbide Palermo. Auf unserem Rundgang sahen wir den herrlichen Dom, den normannischen Palast mit seiner palatinischen Kapelle und die Eremitenkirche San Giovanni. Wer noch etwas Besonderes erleben wollte, konnte die Kapuzinergruft von Palermo besuchen. Diese weitläufige Grabanlage liegt unter dem 1534 erbauten Kapuzinerkloster und ist für ihre aufgebahrten natürlichen Mumien weltberühmt. Andere begaben sich auf Shoppingtour auf der Flaniermeile Via Roma oder Via della Libertà.

Etwas außerhalb von Palermo besichtigten wir einen der bedeutendsten Sakralbauten des Mittelalters, den Dom von Monreale.
Hier schmücken byzantinische Mosaike, die die größte ikonografische Bibel der Welt darstellen, das Innere der Kirche. Am vorletzten Tag ging die Fahrt durch imposante Örtchen an der Küste entlang nach Cefalù. Neben Taormina ist Cefalù Siziliens beliebtestes Reiseziel mit viel Flair in den mittelalterlichen Gassen und durch den markanten Burgberg als Kulisse für den berühmten Normannendom. Bei herrlichem Wetter genossen wir das „dolce Vita“ in einem der hübschen Strandcafés und ließen es uns noch einmal so richtig gut gehen, bevor es leider schon wieder Abschied nehmen von „bella Sicilia“ hieß. Voll schöner Eindrücke und Erlebnisse flogen wir in die Heimat zurück, um feststellen, dass auch hier der sogenannte „sonnige Süden“ Einzug gehalten hat – nur mit noch höheren Temperaturen als auf Sizilien!